Das Rathaus von Groß St. Florian war Präsentationsort für den steiermarkweit ersten Wegweiser zum Ausbau von Photovoltaik-Anlagen in der Südweststeiermark. Gezielt Orientierung bietet das Schriftstück den 44 Gemeinden der Region.
Steigende Energiepreise lassen erneuerbare Energieträger boomen. Klimatisch auf der Sonnenseite der Alpenrepublik gelegen, ist die Südweststeiermark für Photovoltaikanlagen wie geschaffen.
Den Gemeinden kommt hierbei eine wesentliche Rolle zu, sind sie doch auch für die Umwidmung der Flächen zum PV-Ausbau in größeren Dimensionen zuständig. Um kommunalen Entscheidungsträgern Orientierung zu bieten, wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Regionalmanagement und der Regionalentwicklung Leitner & Partner ZT GmbH erstmalig in der Steiermark ein Umsetzungswegweiser erarbeitet.
50 Seiten pure Information
Das rund 50 Seiten starke Schriftstück gibt Aufschluss darüber, wo eine Anlage errichtet werden kann, informiert über Anschlussmöglichkeiten zu Netzbetreibern und geht auf sämtliche Rahmenbedingungen ein, die es bei der Realisierung des Projektes zu beachten gibt. Weiters beinhaltet der Wegweiser natürlich auch Förderinformationen.
„Selbst wenn es um die Errichtung von dermaßen sinnvollen Anlagen geht, darf nie auf den Schutz von wertvollen Flächen und Böden, insbesondere auch jenen, die der landwirtschaftlichen Produktion vorbehalten sind, vergessen werden. Nur in Schwarz-Weiß-Kategorien dem Klimawandel zu begegnen, wird nicht funktionieren. Es braucht vernunftbasierte Lösungen, um in einem sinnvollen Entscheidungsmix die notwendige Energiewende zu schaffen. Mit diesem Wegweiser wagen wir einen Schritt, um über Gemeindegrenzen hinweg gedacht und geplant unseren Beitrag zu leisten und unsere sowie die Zukunft unserer Kinder aktiv mitzugestalten“, bringt es NR-Abg. Bgm. Joachim Schnabel, Vorsitzender der Region Südweststeiermark, auf den Punkt.
Für seine Stellvertreterin LAbg. Mag. Bernadette Kerschler stellt dieser Wegweiser eine wichtige Innovation dar, mit der die Südweststeiermark eine Vorreiterrolle einnimmt. „In Zukunft muss es unser Ziel sein, die Sonne verstärkt als Stromquelle zu nutzen. Photovoltaik bietet dabei viele Chancen, aber auch viele Herausforderungen. Es ist daher ganz wichtig, Gebäude und Dächer als Energieproduktionsstätten zu sehen und zu nutzen. Neben dieser wichtigen Möglichkeit werden wir aber auch über sinnvolle und umweltverträgliche Freiflächen nachdenken müssen, die sich gut ins Landschaftsbild einbringen. Was wir wissen ist, dass es Zukunftsstrategien auf allen Ebenen braucht – die Südweststeiermark und ihre Gemeinden sind bereit, ihren Teil dazu beizutragen. Mit dem Wegweiser haben wir ihnen ein wertvolles Werkzeug in die Hand gegeben“, unterstreicht Kerschler.
„Damit lässt sich arbeiten“
Einer der 44 Bürgermeister, der künftig mit dem Wegweiser arbeiten wird, ist Bgm. Alois Resch von Groß St. Florian, der erzählt, bereits einige Erfahrung mit Interessenten gemacht zu haben. „Die Leute, die zu uns kommen, sind in der Regel sehr gut informiert. Mit diesem Wegweiser fallen aber mit Sicherheit viele Entscheidungen leichter.“
Dächer im Fokus
Von bäuerlicher Seite begrüßt man den Umstand, dass Dachflächen Priorität beim Photovoltaikausbau haben. Errechnet wurde, dass es damit gelingen könnte, die Hälfte des Bedarfs abzudecken. Erst wenn keine geeigneten Dächer mehr zur Verfügung stehen, soll eine Überbauung von Freiflächen in Betracht gezogen werden, wobei das Hauptaugenmerk auf bereits belastete Flächen wie etwa Deponien liegt. Wertvolle Ackerböden sollen nicht umgewidmet werden. „Die Versorgungssicherheit bei Lebensmitteln ist gleich wichtig wie jene bei Energie. Wir können auf keine Flächen verzichten“, sind sich die beiden Landwirtschaftskammerobmänner Bgm. Christoph Zirngast und Christian Polz einig.