Die Regionalzeitung der Süd-Weststeiermark - Auflage: 43.000 Stück

Mit dem Projekt „Die Südweststeiermark im NS-Regime“ werden kontinuierlich Schritte zur regionalen Aufarbeitung gesetzt, um das dunkle Kapitel der Geschichte der Südweststeiermark zu beleuchten. Nun legte man einen Leitfaden für Pädagogen auf.

 

„Es sind grausame Dinge, die sich in der NS-Zeit direkt vor unserer Haustür abspielten. Vergessen ist keine Option. Gerade heute, wo Worte scharf werden, wo Populismus teils überhandnimmt, gilt es, wachsam zu sein“, nimmt NR-Abg. Bgm. Joachim Schnabel als Regionsvorsitzende-Stv. der Südweststeiermark jeden einzelnen in die Pflicht.
In einer vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung gemeinsam mit dem Institut für Geschichte der Universität Graz durchgeführten Studie wurden Orte in der Südweststeiermark erforscht, die während der NS-Zeit besondere Bedeutung hatten. Neben einer Faltkarte mit einigen regionalen Erinnerungsorten wurde nun ein Leitfaden für Pädagogen – geeignet für Kinder und Jugendliche ab der 7. Schulstufe – publiziert.
Ziel ist es, die regionale Geschichte gerade für Kinder und Jugendliche greifbar zu machen. Der Leitfaden wird allen Mittelschulen und höheren Schulen der Region Südwest-
steiermark kostenlos zur Verfügung gestellt.
„Ein zielführender Weg, um Jugendliche für die Bedeutung historischer Ereignisse zu sensibilisieren, ist die Vermittlung der NS-Geschichte anhand ‚kontaminierter Orte‘ in ihrer Umgebung. Das Bewusstsein, dass sich die große Geschichte totalitärer Regime in unmittelbarer Nähe ereignete und vor Ort auf die Lebensrealitäten der Menschen auswirkte, wird zu einem besseren Demokratieverständnis in der Gegenwart beitragen“, ist Univ.-Prof. Dr. Barbara Stelzl-Marx, vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, überzeugt. •