Die Regionalzeitung der Süd-Weststeiermark - Auflage: 43.000 Stück

Jüngst zum Spitzenkandidaten der Volkspartei Deutschlandsberg gewählt, legt KR Gunther Riedlsperger den Fokus klar auf die Belebung der Innenstadt. Von einem starken Team unterstützt, will er dem von der SPÖ verwalteten Stillstand mit Ideenreichtum zu Leibe rücken. Mit der Aktiv Zeitung sprach er über klare Zielsetzungen für eine zukunftsfite Stadtgestaltung.

Aktiv: Vor Kurzem wurde bekannt, dass Sie als Spitzenkandidat der Volkspartei in die Gemeinderatswahlen gehen. Beruflich sehr erfolgreich in der Versicherungsbranche selbstständig tätig, drängt sich die Frage auf: Was treibt Sie an?

Riedlsperger: Ich war in den letzten Jahren viel in Österreich unterwegs, jetzt habe ich mehr Zeit für meine Heimat. Ich habe mir immer die Orte angesehen, in denen ich unterwegs war – ob in Tirol, Oberösterreich oder in der Steiermark. Die Beispiele Feldbach, Fürstenfeld oder Fehring oder auch hier im Bezirk Schwanberg, Stainz und Groß St. Florian zeigen, wie erfolgreiche Kommunalpolitik gehen kann. Überall wurden die Ortszentren erneuert, die Infrastruktur verbessert, der Tourismus forciert. Nur hier in Deutschlandsberg herrscht von der SPÖ verwalteter Stillstand.

Wo orten Sie die Hauptverantwortung dafür? Allein beim Bürgermeister oder greift diese weiter?

Riedlsperger: Vor allem bei der Bürgermeister-Partei. Die SPÖ ist zu träge geworden, Ideen zu spinnen und für deren Verwirklichung die Finanzierung aufzustellen. Die anderen SPÖ-Gemeinden, allen voran Eibiswald, legen eine ganz andere Energie zu Tage.

In den Medien war zu lesen, dass es budgettechnisch in Deutschlandsberg gar nicht gut aussieht.

Riedlsperger: Das ist so nicht richtig, da schwirren Zahlen herum, die allesamt nicht nachvollziehbar sind. Deutschlandsberg ist laut der Statistik Austria – und der vertraue ich – nach Lannach die zweitreichste Gemeinde des Bezirkes. Um hier Licht in das Dunkel der Propaganda zu bringen, werden wir eine in Gemeindefinanzen renommierte Wirtschaftsprüfungskanzlei beauftragen, uns die Situation zu analysieren. Gemeinsam mit anderen erfahrenen Bürgermeistern werden wir dann eine Strategie erarbeiten, die uns zeigt, welche Möglichkeiten bestehen, unseren Investitionsrückstau abzuarbeiten.
Jetzt schon wissen wir, dass sich durch gezielte Einsparungen und vor allem durch Mittel des Landes, die von der SPÖ Deutschlandsberg seit Jahren nicht abgeholt werden, viele Möglichkeiten eröffnen.
Wirklich traurig ist, dass die SPÖ offenbar keine aktive Betriebsansiedlungspolitik mehr verfolgt. Dadurch entgehen uns Einnahmen, die wir für unsere Bürger gut brauchen könnten. Denn Kommunalsteuern sind in Vorzeigegemeinden der wichtigste Teil des Budgets.

In welchen Bereichen sollte aus Ihrer Sicht Geld für die Deutschlandsberger Bevölkerung investiert werden?

Riedlsperger: Ganz vorne auf der Prioritätenliste stehen die Straßen in unserem Gemeindegebiet. Erst jüngst hat mir ein Unternehmer aus Frauental gesagt, wenn er einem Beifahrer ein Tuch um die Augen bindet, dann merkt dieser genau, wo die Gemeindegrenze ist – da beginnt es zu rütteln. Und das stimmt!
Wir haben in den letzten Jahren nichts verbessert und es wird immer schlimmer!
Weiters nach finanziellen Mitteln verlangt das Stadtzentrum – hier bedarf es in den nächsten beiden Jahren einen richtig großen Schritt. Nachdem die SPÖ die absolute Mehrheit hat und blockiert, sind wir gerade dabei, die Volksrechte zu nutzen. Die für eine Volksabstimmung erforderlichen Unterschriften haben wir schon fast beisammen. Wir sind uns nicht zu schade, von Haus zu Haus zu gehen, um hier Großes für die Menschen und die Wirtschaft zu erreichen. Das Land erneuert die L 618 durch den Unteren Platz und wir nützen das nicht? Das ist Schwachsinn.

Wo sehen Sie in der Zentrumsgestaltung den größten Handlungsbedarf?

Riedlsperger: Es ist der Gesamtzustand, angefangen am „Unteren Platz“. Für dort gibt es ja schon konkrete Planungen und die gehören im Einvernehmen mit den Unternehmen umgesetzt.
Aber auch der Rest vom Hauptplatz gehört neu gestaltet. Besonders der Brunnen muss weg – er ist ein Platzdieb, aus dem schon lange kein Wasser mehr rinnt! Und die Pflasterung ist inzwischen ein Sicherheitsrisiko. Aber auch Blumenschmuck, die Fassaden und das Leerstandsmanagement gehören angegangen. Vorrangig wichtig ist dabei, eine bessere Zusammenarbeit mit den Hauseigentümern zu erreichen.

Als Landsberger Volkspartei distanzieren Sie sich von der ÖVP namentlich deutlich. Was möchten Sie anders machen als die Bundes- und Landespolitik?

Riedlsperger: Wir lehnen das, was auf Bundesebene passiert ist, zutiefst ab. Die gescheiten Herren in Wien, die auf unsere Kernthemen wie Heimat, Identität, christliche Werte, Familie, nicht Gendern und Rot-weiß-Rot vergessen haben, haben unserer Gesinnungsgemeinschaft sehr geschadet. Denn diese Werte sind den Bürgern sehr wichtig und mir selbst auch. Deshalb nennen wir uns Landsberger Volkspartei, weil es bei dieser Wahl um Deutschlandsberg geht.

Was liegt Ihnen für Deutschlandsberg noch am Herzen?

Riedlsperger: Das Thema Sicherheit ist ganz wichtig. Wir brauchen wieder eine Stadtpolizei, die leider von der SPÖ abgeschafft wurde. Denn wir haben definitiv zu wenig Sicherheitspräsenz in den Siedlungen, auf den Straßen und am Hauptplatz.
Neu anzugehen gilt es touristische Veranstaltungen, wie wir sie früher hatten – auch das hat die SPÖ abgeschafft. Stainz mit den Schilchertagen und Eibiswald mit dem Weinlesefest zeigen vor, wie es geht.
Weiters brauchen wir mehr Breitband. Wettmannstätten ist zum Beispiel damit schon fertig, wir erst am Anfang. Auch wäre ein Panoramalift auf den Burgturm super, um den schönsten Platz unserer Gemeinde endlich nutzen zu können. Bereits jetzt führen wir Gespräche mit den Mobilfunkanbietern betreffend einer Verbesserung des Telefonempfangs in den Bergregionen. Alles in allem gibt es viel zu tun, um den SPÖ-Stillstand zu beenden. Eibiswald hat mit Bürgerbeteiligungsmodellen gezeigt, wie es geht und die dafür erforderlichen Mittel gleich beim Land abgeholt. Mein Team und ich sind bereit, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern unser Deutschlandsberg lebenswerter, sicherer und moderner zu gestalten.

Danke für das Gespräch. • Foto: Fischer